Alkohol und Abnehmen

Alkohol und Abnehmen

Alkohol und Abnehmen

Im letzten Artikel wurde deutlich, dass Alkohol sich negativ auf Trainingsintensität und Muskelaufbau auswirkt. Doch wie sieht es mit den Auswirkungen auf Diät & Co. aus? Kann Alkohol hier unterstützend wirken oder eher als Abnehmbremse hervortreten?

Alkohol hat aufgrund seiner chemischen Struktur die Fähigkeiten, seine Effekte im gesamten Organismus zu entfalten. Besonders deutlich wird dies bei der Wirkung auf das zentrale Nervensystem:

Bereits unmittelbar im Anschluss an den Konsum zeigen sich hier die ersten Symptome – man fühlt sich gut gelaunt, enthemmt, kontaktfreudig und oft geradezu geschwätzig. Je höher der Pegel steigt, desto deutlicher wird der Einfluss des Alkohols: Der Gleichgewichtssinn wird gestört, ebenso wird das Reaktionsvermögen und die Kommunikationsfähigkeit reduziert (aus dem redseligen Verhalten wird ein unverständlicher Kauderwelsch), die Bereitschaft zu Aggression und Feindseligkeit steigt und im worst case kommt es zum Totalausfall – dem berühmt-berüchtigten Filmriss.

Natürlich ist die Wirkungsweise immer auch abhängig von individuellen Voraussetzungen des Konsumenten: Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht haben als Eckdaten Einfluss darauf, wie schnell sich hochprozentige Getränke bemerkbar machen und wie schnell diese wieder abgebaut werden.

Angesichts der großen Bandbreite an Auswirkungen ist es wenig verwunderlich, dass Alkohol auch in der Lage ist, Ernährungsgewohnheiten und Nährstoffverwertung zu beeinflussen. Abgesehen von dem Phänomen, dass nur wenige Leute parallel zum Alkoholkonsum vorher aufgestellte Ernährungspläne einhalten („heute mache ich mal ’ne Ausnahme“) scheint hochfrequenter Konsum von Alkohol daneben zu Übergewicht und tendenzieller Korpulenz zu führen. Studien scheinen das eindeutig zu belegen 1

Der Einfluss von Alkohol auf den menschlichen Stoffwechsel

Oft liegt das vor allem daran, dass die Kaloriendichte von alkoholischen Getränken unterschätzt wird: Im Gegensatz zu regulären Mahlzeiten wird hier gerne vernachlässigt, dass auch diese in der Gesamtkalorienbilanz eine Rolle spielen.

Ein Blick auf den Kaloriengehalt gängiger Getränke macht dies deutlich:

Getränk Anzahl der Kalorien
pro Portion
Weizenbier 185
Bier 126
Rotwein 163
Weißwein 173
Sekt 76
Mixgetränke auf Cola-Basis ab 200 aufwärts
Alcopops 200
Mai Tai 285
Pina Colada 336
Baileys 327
Champagner 80

Je mehr Zutaten das Getränk hat, desto höher steigt die Kalorienzahl: Damit liegen besonders zuckerhaltige Cocktails ganz vorne in der Liste der Party-Kalorienbomben. Problematisch ist dies im Rahmen einer Reduktionsdiät, da der Konsum oftmals spontan erfolgt und vorher nicht einkalkuliert wird – mit dem Ergebnis, dass die Kalorienbilanz in den Überschuss gerät. Problem: Die Kalorien aus dem Alkohol kann der Körper nicht zur direkten Energiegewinnung verwenden. Besonders, wenn deshalb andere Lebensmittel in den Hintergrund treten (was in der Regel erst bei entsprechendem Suchtverhalten der Fall ist), kann es trotz hoher Kalorienaufnahme zu einer Mangelernährung mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen kommen.

Daneben sorgt Alkohol außerhalb einer gewohnheitsmäßigen Zufuhr oft für gesteigerten Appetit – auch hier lauert die Gefahr, schnell ins Kalorien-Plus zu geraten. Besonders gravierend erscheint in diesem Zusammenhang der Einfluss von Alkohol auf den Fettstoffwechsel des Körpers: Regelmäßiger Konsum sorgt um einen Rückgang der Fettverbrennung von bis zu 25 %. 2
Im Extremfall führt dies zu Begleiterkrankungen wie der sogenannten Fettleber (streng genommen handelt es sich um eine Unterform der Hepatitis), die unter Umständen auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Eine eingeschränkt funktionierende Leber sorgt zusätzlich für eine schlechtere Verwertung von aufgenommenen Fetten – was noch mehr Fettpolster und -reserven schafft.

Fazit

Wie bereits im Artikel „Alkohol und Muskelaufbau“ gezeigt, ist auch hinsichtlich einer Diät Alkohol ein schlechter Begleiter: Er verhindert nicht nur Fortschritte, sondern sorgt darüber hinaus sogar für gesundheitliche Schäden und Rückschritte in Bezug auf fast jeden einzelnen Aspekt, der im Rahmen einer gesunden und förderlichen Lebensweise von Bedeutung ist.

Ein regelmäßiger Konsum ist daher geeignet, sämtliche erreichten Zwischenziele zu zerstören und zusätzlich für neue Probleme zu sorgen.

Daher gilt besonders für Sportler: Finger weg! Zwar ist Alkohol gerade heutzutage kaum noch aus dem gesellschaftlichen Leben wegzudenken – dennoch lohnt sich der Verzicht und der Umstieg auf nicht-alkoholische Getränke. Neben den physiologischen Gefahren stehen auch die psychologischen Gefahren: Gerade bei Alkohol sind Suchtverhalten und Abhängigkeit oftmals schleichende Entwicklungen, die von den Betroffenen erst zu spät bemerkt werden und nur durch langwierige Entwöhnungsprozesse wieder rückgängig gemacht werden können.

1 („Alcohol intake and body weight: A paradox“ – Universität von Lausanne, Schweiz – Link)

2 („The Metabolism of Ethanol and Its Metabolic Effects“ – Link)
(„Wieviel Alkohol macht krank?“ – Link)

von Iks

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