Frauen & Kraftsport

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Ist strong das neue sexy?

Wer weder isoliert in einer Holzhütte im Wald noch abseits jeder Zivilisation auf einer einsamen Insel lebt und Zugang zu den gängigen social Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Snapchat hat, kennt sicher auch die üblichen Verdächtigen. #bootygainz, #girlswholift, #girlswithmuscles und #strongnotskinny sind die Schlagwörter, die als Hashtags vor allem die weibliche Fitnessgemeinde Tag für Tag begeistern.

Wo früher noch Supermodels wie Claudia Schiffer und Kate Moss Vorbilder für junge Mädchen und Frauen waren, sind das heute Fitness-Ikonen wie Pamela Reif, Sophia Thiel und Paula Krämer – Frauen, die hart trainieren und Jungs und Männern im Gym oft kräftemäßig überlegen sind.

Frauen & Kraftsport – schon lange keine Randerscheinung mehr!

Das Interesse, das Frauen dem Kraftsport entgegenbringen, hat dafür gesorgt, dass auch in den Fitnessstudios und Gyms die weibliche Kundschaft nicht mehr nur in Kursen für Problemzonen oder auf dem Ergometer anzufinden ist – die Zeiten, in denen Frauen im Freihantelbereich belächelt wurden, gehören zum Glück der Vergangenheit an. Allerdings herrscht hier trotz aller Begeisterung auch noch viel Unsicherheit: Oft sind Frauen besorgt, dass sie durch das Training „zum Mann werden“ oder „Unmengen von Muskeln“ aufbauen. Um hier mit gängigen Vorurteilen und Missverständnissen aufzuräumen, gehen wir auf die häufigsten Ängste ein.

1.  „Krafttraining lässt mich bestimmt männlicher aussehen“ – keine Sorge: Frauen sehen auch mit Krafttraining und heavy weights nur dann wie Männer aus, wenn die hormonelle Situation nicht stimmt. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn durch Erkrankungen oder Medikamente der Regelkreis der Sexualhormone nachhaltig gestört wird. Das kann aber auch dann der Fall sein, wenn eine Frau die eigenen Hormone durch die Einnahme von zusätzlichen Hormonen durcheinanderbringt – ganz besonders, wenn Steroide zugeführt werden, zum Beispiel zur Verbesserung von Trainings- und Kraftleistungen. Fazit: Nicht Krafttraining führt zu männlichem Aussehen – sondern männliche Hormone. Solange die hormonelle Ausgangssituation nicht nachhaltig verändert wird, ändert sich auch am äußeren Erscheinungsbild nichts – außer, dass du attraktiver und fitter wirst!

2. „Eigentlich will ich nur abnehmen – Muskeln brauche ich dazu nicht“ – leider hält sich diese Idee hartnäckig in den Köpfen von Mädchen und Frauen. Fakt ist: Je mehr Muskeln du hast, desto höher ist dein Bedarf an Kalorien – eine Abnahme wird also beschleunigt. Muskeln brauchen Kalorien und Nahrung als Brennstoff: Es ist also logisch, dass du mehr verbrennst, wenn du mehr Muskeln hast (im Vergleich zu einem schlaffen Couchpotato).

3. „Die Männer gucken blöd, wenn sich eine Frau im Hantelbereich aufhält“ – ganz ehrlich: Lerne, blöde Blicke zu ignorieren. Nicht nur im Gym, sondern auch im Leben außerhalb von Sport und Work-out. Vielleicht sind die Blicke im Fitnessstudio auch gar nicht blöd, sondern eher bewundernd, denn viele Männer freuen sich ehrlich darüber, dass im Hantelbereich „weiblicher“ Wind weht. Gleichzeitig legen sich die vermeintlich blöden Blicke ganz sicher nach den ersten zwei oder drei Trainingseinheiten – alles ist eine Frage der Gewohnheit.

4. „Ich habe keine Ahnung, wie ich trainieren soll – ich bin ja kein Mann“ – hey, good news: Ob Mann oder Frau – Trainingspläne funktionieren unabhängig vom Geschlecht. Ob Splittraining, HIIT oder WKM-Plan: Alles wirkt bei Frauen genauso gut wie bei männlichen Athleten. Zwar ist die muskuläre Grundsituation eine andere und bestimmte Körperpartien wie Schultern und Arme sind bei Frauen nicht ganz so dominant – nichtsdestotrotz erreichen auch Frauen mit den gleichen Plänen ähnliche Erfolge.

5. „Mein Bauch ist mies, der Rest ist ok – kann ich nicht einfach nur die Problemzonen trainieren?“ – nein, leider nicht. Problemzonen können zwar trainiert werden, aber verbessern werden sie sich nur, wenn auch der Rest des Körpers mittrainiert wird. Ein einseitiges Training führt langfristig zu Dysbalancen und einem nicht harmonischen Gesamteindruck. Genau den sehen wir aber ständig beim Blick in die Fitness-Profile auf Instagram & Co. Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle – aber Essen alleine macht eben nicht sexy, sondern allenfalls dünn.

Strong ist das neue sexy!

Du willst sexy sein? Definiert? Mit leichtem Sixpack? So wie dein Vorbild? Dann ran an die Hanteln – ohne Krafttraining wirst du deinem persönlichen Idealbild nur hinterherlaufen, ohne nennenswerte Erfolge zu erzielen. Optische Akzente kannst du nur dann setzen, wenn du nicht nur hart – sondern vor allem auch schwer trainierst. Das bedeutet nicht, dass du den 100 kg-Typen im Gym Konkurrenz machen willst oder dich von deiner Weiblichkeit verabschiedest. Es bedeutet, dass du stark bist UND eine Frau – strong ist das neue sexy!

 

 

von Iks

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