Wie sinnvoll sind Trainingsmasken?

Trainingsmaske

Trainingsmaske im Sport: sinnvoll oder nicht?

Auch im Sport markieren Trends häufig die Richtung, in die sich eine Disziplin entwickelt. Ob Crossfit in der Schwerathletik oder HIIT-Training im Ausdauerbereich: Neue Ideen haben schon häufig für die Entstehung völlig neuer Sportarten gesorgt.

Einer der neuesten Trends ist das Training mit der sogenannten Atem – oder Trainingsmaske. Diese sieht zwar auf den ersten Blick beängstigend aus, wird aber immer öfter von Athleten jeder Leistungsstufe genutzt. Wir haben uns den Trend genau angesehen.

Trainingsmaske: Was ist das überhaupt?

Wer noch nie eine Trainingsmaske im Sportbereich gesehen hat, denkt zunächst bestimmt an eine Art Atemschutz, den sich die Sportler da über den Mund ziehen. Doch davon ist das Equipment aus dem Hightech-Labor weit entfernt: Sie ermöglichen unabhängig vom eigenen Standort ein Höhentraining, für das sonst die weite Reise in andere Länder nötig wäre. Das sogenannte Hypoxietraining soll bessere Leistungen ermöglichen und Rekorde in greifbare Nähe rücken.

Insbesondere bei Ausdauersportarten soll das Hypoxietraining mit der Trainingsmaske deutliche Fortschritte vereinfachen: Beim Aufenthalt in großen Höhen nimmt der Luftdruck ab. Damit verbunden ist nicht nur das subjektive Gefühl, schlechter atmen zu können, sondern auch der objektiv nachweisbare Verlust an ausreichender Sauerstoffversorgung über das Blut.

Positiver Nebeneffekt: Durch die Unterversorgung kommt es zu einer vermehrten Bildung an roten Blutkörperchen. Der Körper versucht den mangelnden Sauerstoff im Blut auszugleichen und passt daher auch den Atemrhythmus an. Das gesamte Konstrukt setzt allerdings einen längeren Aufenthalt in großen Höhen voraus – ein Grund, warum Athleten in vergangenen Zeiten wochenlange Trainingsaufenthalte in den Bergen geplant und durchgezogen haben.

Die Atemmaske simuliert genau die oben geschilderten Effekte und ahmt so das Höhentraining nach: Auch hier kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung. Studien haben eindrucksvoll bewiesen, dass ein Training mit der Atemmaske zu nachweisbar besseren Leistungen im Ausdauerbereich führt. Das gilt insbesondere für Disziplinen wie Laufen, Schwimmen und Radfahren.

Trainingsmaske: Für wen lohnt sich die Anschaffung?

Die genannten Studien haben aber auch gezeigt, dass bei bereits fortgeschrittenen Sportlern und erfahrenen Athleten der zusätzliche Trainingseffekt durch die Maske eher bescheiden ausfiel. Demgegenüber war der Trainingseffekt bei untrainierten Neu- und Wiedereinsteigern umso bemerkenswerter.

Für Profis ist daher die Anschaffung nicht unbedingt notwendig – im Gegenteil, der Nutzen der Trainingsmaske ist hier bestenfalls als minimal einzustufen und sicher entbehrlich.

Training mit der Atemmaske: Leistungsexplosion oder PR-Gag?

Genau wie bei den Nasenpflastern vor einiger Zeit ist auch bei den Trainingsmasken aktuell ein regelrechter Hype zu verzeichnen. Dabei ist noch gar nicht erschöpfend geklärt, warum sie überhaupt wirken – denn Fakt ist, dass nach dem Absetzen der Maske der Körper wieder im Normalmodus funktioniert. Ebenfalls ist vor dem Start in das Hypoxietraining ärztlicher Rat unbedingt einzuholen, denn: Nicht jeder Sportler hat die Konstitution, um das Training mit der Atemmaske problemlos durchziehen zu können. Gerade bei Erkrankungen wie Migräne oder Parkinson oder auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen chronischer Art ist das Hypoxietraining nicht indiziert.

Gleiches gilt für die Sportarten, bei denen die Trainingsmaske zum Einsatz kommt: Nicht jede Disziplin ist prädestiniert für ein Höhen- bzw. Hypoxietraining. Sinn macht das zum Beispiel weniger bei Sportarten, die sich durch anaerobe Komponenten auszeichnen. Auch Disziplinen wie Gewichtheben oder KDK (Kraftdreikampf) sind nur geringfügig Nutznießer vom Hypoxietraining mit der Atemmaske.

von Rene

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