Zigaretten und Muskelaufbau

Rauchen und Muskelaufbau

Zigaretten und Muskelaufbau – die Auswirkung von Nikotin auf den Muskelaufbau

Die berühmte „Zigarette danach“ ist für viele Athleten auch nach einer harten Trainingseinheit hartnäckige Routine. Obwohl die gesundheitsschädigenden Aspekte von regelmäßigem Zigarettenkonsum schon lange wissenschaftlich bewiesen sind und Rauchen gerade für Sportler eine lästige Angewohnheit darstellt, werden die negativen Auswirkungen in Bezug auf Kraft und Koordination unterschätzt.

Gerade in den Bereichen der Schwerathletik (Bodybuilding, Powerlifting, Crossfit und Gewichtheben) kann Nikotin ein signifikantes Hindernis bei Muskel- und Kraftaufbau repräsentieren. Ein Grund mehr, sich mit dem Thema Nikotin und Sport zu beschäftigen!

Was ist Nikotin?

Nikotin ist ein pflanzliches Alkaloid. Alkaloide sind Pflanzeninhaltsstoffe, die in der überwiegenden Mehrheit giftig sind und sich durch ihre charakteristische Wirkung auf den menschlichen Organismus auszeichnen. Viele wirken halluzinogen und werden chemisch den Drogen zugeordnet.

Die Tabakpflanze erzeugt in ihren Wurzeln das Alkaloid Nicotin (oder Nikotin); von dort wandert es während des Wachstums der Pflanze bis in die Blätter. Pflanzenphysiologisch dient das Nikotin der Pflanze als Abwehrmechanismus; auf schädigende Insekten wirkt es stark toxisch und daher letal. Nikotin wird erfolgreich als gut funktionierendes Insektizid eingesetzt.

Wirkung auf den menschlichen Organismus

Bei der Aufnahme von Nikotin reagiert der menschliche Stoffwechsel zunächst mit einem Anstieg mehrerer hormoneller Botenstoffe: So kommt es vor allem zum Ausstoß von Adrenalin, Serotonin – aber auch von Dopamin. Dopamin sorgt vor allem für Wohlbefinden, Entspannung und einem allgemeinen Glücksgefühl – alles also Wirkungen, die gerade von Rauchern beabsichtigt und gewollt sind und als Hauptursachen für die abhängig machende Wirkung von Nikotin eingestuft werden.

Daneben finden natürlich zusätzliche andere Stoffwechselreaktionen statt: Die aufgenommenen Stoffe sorgen für einen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz und ebenso für einen kurzzeitigen Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Und nicht zuletzt sorgt Nikotin in Verbindung mit den Zusatzstoffen in Zigaretten & Co. für alle diejenigen unerwünschten Nebenwirkungen, die jeder kennt: von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs und Impotenz bis hin zur allgemeinen Schwächung des Immunsystems.

Wirkung von Nikotin auf das Training

Da Nikotin vor allem auch für einen Anstieg des Stresshormons Adrenalin sorgt, nutzen viele Sportler Nikotin als eine Art Booster. Dies muss nicht unbedingt in Form von Zigaretten sein: Auch Nikotinkaugummis sind beliebte Booster, die die Performance im Training verbessern können und – ähnlich wie Koffein – durchaus als Ersatz anderer Supplements taugen.

Das klingt für viele zunächst zu schön, um wahr zu sein: Eine Zigarette vor dem Studio und auf geht’s zu neuen Bestleistungen und persönlichen Rekorden? Bevor die Freude zu groß wird, lohnt sich ein Blick auf die Auswirkungen von Nikotin auf den Muskelaufbau!

Wirkung von Nikotin auf den Muskelaufbau

Auf zum interessanten Teil: Was passiert durch Nikotin mit den Muskeln, die durch Krafttraining & Co. aufgebaut werden sollen?

Forschungsergebnisse lassen seit Langem darauf schließen, dass sich rauchende Athleten erheblich schwerer mit dem Muskelaufbau tun als ihre nicht-rauchenden Kollegen. Besonders die durch das Rauchen hervorgerufene Einschränkung des Herz-Kreislauf-Systems und die reduzierte Menge an Sauerstoff sorgen dafür, dass sich Nikotin negativ auf den Muskelaufbau auswirkt: In Vergleichsgruppen wiesen die Nichtraucher sowohl eine geringere Tendenz zum Muskelabbau auf als auch deutliche aktivere Prozesse des Muskelaufbaus. 1

Dabei scheint es besonders der Aspekt der Sauerstoffaufnahme zu sein, der sich auch negativ auf die anabole Zielsetzung auswirkt: Weniger Sauerstoff führt zu weniger Ausdauer im Training, was wiederum zu verminderter Intensität führt. Genau diese aber ist ausschlaggebend für Wachstumsreize – wer mit angezogener Handbremse trainiert, kann eben nicht mit Vollgas fahren.

Die durch das Nikotin daher durchaus subjektiv verbesserte Performance geht somit zulasten des erwünschten Muskelaufbaus und zulasten der vollen Leistungsfähigkeit. Besonders Athleten, die am Limit trainieren, sollten sich jede einzelne Zigarette gut überlegen: Wer hier dem Körper nicht das volle Potenzial einräumt, kann auch nicht in den Genuss von neuen Rekorden oder persönlichen Bestleistungen kommen – und schon gar nicht auf dicke Oberarme oder massive Beine hoffen.

Fazit

Rauchen und Sport ist keine gute Kombination, Rauchen und Muskelaufbau noch weniger. Wer sich ansonsten ambitioniert um seine Ziele bemüht, sollte auch in puncto Zigaretten Disziplin beweisen. Dabei spielen sowohl gesundheitliche Gründe als auch sportliche Aspekte eine entscheidende Rolle. Wer auf Nikotin überhaupt nicht verzichten kann, sollte zumindest im engen Zeitfenster um das Training herum das Rauchen vermeiden – Körper und Psyche werden es danken!

1 („Smoking impairs muscle protein synthesis and increases the expression of myostatin and MAFbx in muscle“ Studie von 2007 – Link zur Studie)

von Iks

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