Blutzuckerspiegel

Blutzuckerspiegel

Blutzuckerspiegel – wichtig zum Abnehmen?

Wenn wir zuckerhaltige Lebensmittel oder Getränke zu uns nehmen, steigt in der Folge quasi sofort der Blutzuckerspiegel im Körper. Das liegt vor allem daran, dass die in der Nahrung enthaltenen Zuckermoleküle in der Lage sind, recht zeitnah im Stoffwechsel ihre Wirkung zu entfalten.

Dies unterscheidet Zucker (oder einfachkettige Kohlenhydrate) zum Beispiel von Fetten, die erst aufwendig verstoffwechselt werden müssen, ehe der Körper sie weiter nutzen kann.

Zucker und Kohlenhydrate verleihen uns zwar Energie und Power – der Körper verträgt aber auf Dauer keinen hohen Blutzuckerspiegel. Mehr noch: Hoher Blutzucker kann langfristig zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen und ist verantwortlich für eine Vielzahl sogenannter Zivilisationskrankheiten.

Um den Blutzuckerspiegel zu senken, hat die Natur einen faszinierenden Regelkreislauf entwickelt: Steigt der Blutzuckerspiegel, beginnt die Bauchspeicheldrüse mit der Produktion und Ausschüttung von Insulin, einem vielseitigen und fast universell einsetzbaren Hormon. Insulin sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel wieder sinkt, denn: Eine der zentralen Aufgaben von Insulin ist die Speicherung von Kalorien bzw. Nährstoffen aus Lebensmitteln. Die Bedeutung des Blutzuckerspiegels ist nur dann nachzuvollziehen, wenn man gleichzeitig weiß, welche Bedeutung Insulin für unseren Stoffwechsel hat.

Alles rund ums Insulin

Insulin wird in seiner Aktivität vor allem durch den Verzehr von Kohlenhydraten beeinflusst. Hierbei sind die sogenannten „schnellen“ Kohlenhydrate – also einfachkettige Kohlenhydrate – in der Lage, innerhalb von kürzester Zeit eine Reaktion im Stoffwechsel hervorzurufen. Die Zusammenhänge von Glykämischem Index (kurz GI) und Glykämischer Last (kurz GL) wurden an anderer Stelle schon erklärt – je höher der GL-Wert, desto mehr Insulin wird durch die Bauchspeicheldrüse freigesetzt.

Da die Aktivität von Insulin vor allem an Mahlzeiten und Kohlenhydrate gekoppelt ist, bremst Insulin neben seinen Bemühungen, Kalorien für Notsituationen zu speichern, auch den Abbau von Fett- und Eiweißreserven. Je mehr Insulin im Blut zirkuliert, desto weniger werden die körpereigenen Depots geleert. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn es um die Reduktion von Körpergewicht und um den Abbau von Körperfettreserven geht.

Für Kraftsportler erfüllt Insulin somit zwar zum einen die wichtige Funktion der Speicherung (genau das ist nach einem anstrengenden Training ja beabsichtigt) – zum anderen bremst Insulin den Athleten aber in seiner Bemühung, möglichst „shredded“ auszusehen. Ein zweischneidiges Schwert – denn beide Intentionen sind absolut gegenläufig.

Nicht nur Kohlenhydrate, auch einige Aminosäuren können eine Ausschüttung von Insulin bewirken. Dies ist während einer Reduktionsdiät von außerordentlichem Interesse, denn: Da Insulin auch an der Regulation von Appetit und Sättigung beteiligt ist, kann ein gut regulierter Blutzuckerspiegel Heißhungerattacken und das berühmte „Loch im Bauch“ verhindern. Für Kraftsportler heißt das: Ein Post-Work-out-Shake, der eine Mischung aus Eiweiß und einfachkettigen Kohlenhydraten enthält, sorgt für einen ordentlichen Schub an Insulin – genau das, was für Aufbauprozesse im Muskeltraining benötigt wird!

Insulin im Kraftsport

Wäre Insulin nur für die oben genannten Aufbauprozesse verantwortlich, wäre es wohl das Dopingmittel Nummer 1 unter Bodybuildern auf der ganzen Welt. Tatsächlich ist aber gerade in Bezug auf die Optimierung der Körperzusammensetzung Insulin nicht unproblematisch (neben den zahlreichen anderen Nebenwirkungen, die eine missbräuchliche Nutzung von Insulin nach sich ziehen würde). Die Wirkungen und Vorteile können für Kraftsportler bestmöglich genutzt werden, indem sie insbesondere das Timing von Mahlzeiten und Nahrungsergänzungsmitteln vor und nach dem Training optimal organisieren.

Effekte des Insulins

Die Kohlenhydrate aus den zugeführten Lebensmitteln gelangen über den Blutkreislauf in alle Organe und ins Körpergewebe. Je höher der Blutzuckerspiegel steigt, desto mehr reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin.

 

Ort Effekt Wirkung
Gefäßsystem Blutgefäße werden geweitet. Geweitete Blutgefäße sollen in der Lage sein, ankommende Nährstoffe besser und umfassend aufzunehmen.
Fettgewebe Abbaustopp Fettreserven bleiben erhalten.
Speicherstart Fettreserven werden angelegt und ausgebaut.
Muskulatur Speicherstart Insulin sorgt für die Aufnahme und Speicherung von Muskelglykogen.
Abbaustopp Eiweißbausteine werden nicht abgebaut, sondern bleiben erhalten.
Mineralstoffe werden aufgenommen. Die Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen wird erleichtert.
Leber Veränderung Der Leberstoffwechsel wird maßgeblich beeinflusst; bei dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel kommt es zur nachhaltigen Störung des Fettstoffwechsels.

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