Stevia – Was ist es und worauf solltest Du achten

Stevia

Stevia – Die neue Wunderpflanze?

Die Ureinwohner Paraguays und Brasiliens kennen die Pflanze Stevia schon seit ewigen Zeiten und nutzen die Wirkung ihrer Heilkräfte. Besonders beliebt ist Stevia wegen seiner enormen Süßkraft. Daher wird es auch Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut genannt. Dennoch sind sich die Forscher noch lange nicht einig, ob mit dieser Pflanze ein Wunderkraut oder doch eher ein gesundheitsgefährdendesSüßmittel nach Europa gekommen ist.

Bereits im 16. Jahrhundert wusste man auch in Europa bereits über die Süßkraft von Stevia. Doch obwohl das Honigkraut Gegenstand vieler Forschungsprojekte wurde, war man sich nicht einig ob es nun ein Fluch oder ein Segen für die Gesundheitder Menschen wäre.

Erst am 2. Dezember 2011 erfolgte die offizielle Zulassung von Stevia als Lebensmittelzusatzstoffunter der Bezeichnung E960 in der EU.

Die Pflanze Stevia stellt sich vor:

Stevia rebaudiana ist eine mehrjährige wärmeliebende Staudenpflanze, deren Ursprung in der Bergregion der Amambay zwischen Brasilien und Paraguayliegt. Die Pflanze kann eine Höhe von bis zu 1 m erreichen. Die Blätter sind 2-3 cm lang und die kleinen weißen Blüten sind zu Trugulden zusammengefasst.

Die Süßkraft dieses Staudengewächses steckt besonders in seinen Blättern. Sie ist um  30 mal größer als die Süßkraft von Zucker. Dabei geht man von etwa 9-12 Glycosiden, also Hauptbestandteile von chemischen Verbindungen, aus. In erster Linie sind aber das Steviosid  und das Rebaudiosid A von vorrangiger Bedeutung.

Stevia ist 30 mal süßer als Zucker

Den Ureinwohnern Brasiliens und Paraguays waren die medizinischen Effekte der Pflanze wohl bekannt:

  • die antikariogene Wirkung bedeutet Zahnkaries hemmend oder Karies verhütend
  • der Blutdruckwird gesenkt
  • der Blutzuckerwird ebenfalls positiv beeinflusst
  • das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterienwird gehemmt (antimikrobiell)
  • Gefäße werden erweitert

Wohl gemerkt: diese positiven Eigenschaften werden den Blättern der Pflanze zugeschrieben nicht den industriell hergestellten Endprodukten wie wir sie im europäischen Raum unter der Bezeichnung E960 erhalten.

Wer also die Heil- und Süßkraft von Stevia naturbelassen nutzen möchte, ist am besten damit beraten sich die Pflanze selbst zu kaufen und auf dem Balkon oder im Garten einzupflanzen. Sie gedeiht auch in heimischen Gärten hervorragend, ist aber in unseren Breitengraden nur als einjährige Pflanze zu erhalten, da sie nicht winterhart ist.

In welchen Produkten wird Stevia verwendet?

Wenn man bedenkt, dass die Blätter der Stevia-Pflanze etwa 30 mal so stark süßen wie Zucker, industriell gefertigte Stevia-Produkte aber bereits eine bis zu 450–fache Süßkraft entwickeln, kann man sich vorstellen, wie extrem der Extrakt verändert worden ist. Es liegt auf der Hand, dass es nur einer sehr geringen Menge bedarf, um Speisen oder Getränke auf diese Weise zu süßen. Werden diese Endprodukte zu großzügig verwendet, entsteht schnell ein bitterer oder lakritzartiger Geschmack.

Erhältlich sind Stevia-Produkte in Form von:

  • Stevia-Blättern
  • Stevia-Pulver
  • Stevia-Flüssigsüße
  • Stevia-Tabs
  • Stevia-Sirup

Man erhält diese Produkte seit ihrer Zulassung in der EU nicht mehr nur in Apotheken oder Reformhäusern sondern kann sie im Onlinehandel, in Supermärkten oder Bioläden bekommen.

Auch so genannter Stevia-Zucker ist mittlerweile im Handel zu finden. Hier muss man besonders auf den Reinheitsgrad achten, da Streckungs- oder Bindemittel die Qualität des Zuckers nachteilig beeinflussen können. Flüssigsüße aus Stevia wird zwecks der besseren Haltbarkeit nicht selten mit Alkohol versetzt.

In der Lebensmittelindustriewerden die Stevioside zum Süßen von bestimmten Lebensmittelgruppenverwendet:

  • Fruchtnektar
  • Joghurt
  • Speiseeis
  • Marmelade
  • Schokoladenprodukte
  • Knabbergebäck
  • Suppen
  • Saucen
  • Müsli
  • Bier
  • Fischprodukte
  • Kaugummi und Bonbons

Diabetiker und Übergewichtigeprofitieren von dem Süßstoff Stevia

Das Süßungsmittel aus Stevia im Vergleich zu Zucker fast keine Kalorien haben und den Blutzuckerspiegel gut wie nicht beeinflussen, stehen sie bei Patienten mit Diabetes hoch im Kurs.

Dennoch steht dieser Süßstoff im Verdacht, das Körpergewicht negativ beeinflussen zu können. Wissenschaftler vermuten, dass Signale an das Gehirn gesendet werden, welche die Nahrungsaufnahme steigern können. Daher ist es durchaus möglich, dass Menschen, die mit Stevia gesüßte Speisen in größerer Menge verzehren, anstatt abzunehmen noch an Gewicht zulegen. Eine äußerst unangenehme Nebenwirkung also.

Stevia – Weder Fluch noch Segen

Obwohl die Europäische Food Safety Authority dem Süßungsmittel Stevia weder krebserregende noch genotoxische Eigenschaften zuschreibt, hat sie einen ADI-Wert (acceptable daily intake) herausgegeben. Dieser liegt bei 4 mg/Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei einem Körpergewicht von 70 kg bedeutet das eine Menge von 280 mg täglich, für ein Leben lang, ohne mit gesundheitsschädlichen oder gefährlichen Folgen rechnen zu müssen.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass dieser ADI-Wert besonders von Kindern schnell überschritten werden könnte, wenn sie in größeren Mengen steviahaltige Speisenund Getränke verzehren. Welche Krankheiten durch den übermäßigen Verzehr entstehen könnten oder welche Organe in Gefahr geraten ist bis dato leider noch nicht erforscht.

Zusätzlich stellte die Stiftung Warentest fest, dass einige Stevia-Produkte echte Mogelpackungen sind und nicht einmal 10 % der Süßkraft aus Stevioglykosiden gewonnen wird. Die Bezeichnung „mit Stevia“ heißt also nicht automatisch, dass das Produkt auch tatsächlich zuckerfrei und damit deutlich Kalorien reduziert ist.

Wer also den gesundheitlich positiven Aspekt von Stevia nutzen möchte, sollte bei den Endprodukten sehr genau hinsehen, oder das Produkt selbst anbauen und verarbeiten.

 

 

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