Rotkohl – Lecker und wirklich so gesund?

Rotkohl - Lecker und wirklich so gesund

Er sieht nicht nur hübsch aus – die inneren Werte stimmen auch!

Wir alle kennen ihn als Zutat eines traditionellen Weihnachtsmenüs: Gänsebraten, Knödel und Rotkohl. Doch der bunte Kohlkopf ist vielmehr als nur eine winterlich-würzige Beilage! Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, hat er sich mittlerweile in ganz Europa verbreitet. Alte Aufzeichnungen verraten, dass Rotkohl bereits im 11. Jahrhundert von Hildegard von Bingen gekannt und geschätzt wurde. Er galt schon damals als gesundes, nährstoffreiches Wintergemüse und darüber hinaus als traditionelles Heilmittel gegen vielerlei Beschwerden, beispielsweise Gicht oder Gelenkschmerzen.

Was ist dran, was steckt drin und vor allem – wie schmeckt’s am besten?

Gesund und farbenfroh zugleich

Kohl im Allgemeinen ist bekannt für seinen Vitamin-Reichtum. Rotkohl ist da keine Ausnahme. Abgesehen von dem auffälligen Farbton, sieht er eigentlich genauso aus wie der typische Weißkohl. Gut, er ist etwas kleiner und fester, aber es handelt sich ebenfalls um einen sogenannten Kopfkohl. Alleinstellungsmerkmal ist jedoch die leuchtend blau-rote Farbe. Und genau hier liegt der Hund begraben! Rotkohl ist deswegen so farbenfroh, weil er im Gegensatz zum Weißkohl besondere Farbstoffe enthält – die Anthocyane. Diese zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und wirken anti-oxidativ.

Was denn nun – rot oder blau?

Je nachdem, wo du in Deutschland wohnst, wirst du den knalligen Kohlkopf unter verschiedenen Namen finden. Bei der Bezeichnung ist man sich nämlich nicht ganz einig. Die einen nennen ihn Rotkohl, die anderen bevorzugen Blaukohl oder gar Blaukraut.

Wer genauer hinschaut, wird jedoch erkennen, dass er eigentlich weder blau noch rot ist, sondern eher die Bezeichnung „Lilakohl“ verdient hätte. Warum heißt er nun nicht so? Die Erklärung liegt in der fernen Vergangenheit – einer Zeit, in der es noch keine Adjektive für die Farbe „lila oder violett“ gab.

Darüber hinaus variiert die Farbe in der Tat von Kohl zu Kohl und ist abhängig von Anbaugebiet und Zubereitung. Der Grund: je nach pH-Wert verändert sich die Farbe. Ein saurer pH führt zu einer Rotfärbung, ein basischer pH-Wert hingegen, lässt die Blätter eher blau erstrahlen. Das Gemüse kann daher hervorragend als pH-Indikator für Böden genutzt werden.

Aber nicht nur der Anbau, auch deine Kochkünste entscheiden letztendlich über die Farbe. Je mehr säurehaltige Zutaten hinzugegeben werden, z.B. Essig, Rotwein oder Äpfel, desto rötlicher erscheint dein Kraut auf dem Teller. Wer jedoch gerne mit Zucker süßt, der bekommt ein bläuliches Kraut-Gericht. Probiere es doch einfach mal aus!

Die Nährstoffvielfalt ist unabhängig von der Farbe

Egal ob blau, rot oder weiß – wenn es um die Nährstoffe geht, unterscheidet sich der Rotkohl kaum vom Weißkohl. Er hat wenig Fett, dafür aber viel Wasser und ist dementsprechend kalorienarm. Genauer gesagt besitzt er etwa 23 kcal pro 100 Gramm. Zudem hat er viele Ballaststoffe, die für deine Verdauung ein wahrer Segen sind!

In Rotkohl stecken außerdem noch folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • Vitamin C: Mit 200 g Rotkohl kannst du bereits deinen Vitamin C-Tagesbedarf decken. Es ist ein wichtiges Antioxidans, welches unseren Körper vor schädlichen Sauerstoffradikalen schützt. Somit wirkt es entgiftend, zellschützend und stärkt die körpereigene Immunabwehr.
  • Vitamin B6: Ist am Aminosäurestoffwechsel beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei der Hämoglobinbildung.
  • Folsäure (Vitamin B9): ist unter anderem von Bedeutung für Zellteilung und Blutbildung.
  • Vitamin E: Ist neben Vitamin C ein weiteres wichtiges Antioxidans.
  • Vitamin K: 100 g Rotkohl deckt den Tagesbedarf an Vitamin K. Dieses ist unter anderem wichtig für Blutgerinnung und Knochenaufbau.
  • Kalium: Das Element reguliert den Wasserhaushalt und kümmert sich um ein funktionierendes Nervensystem.

Sekundäre Pflanzenstoffe im Rotkohl

Sekundäre Pflanzenstoffe schützen Pflanzen vor Feinden oder dienen – im Fall von Farbstoffen – als Sonnenschutz oder Lockmittel für Bestäuber. Aber nicht nur für Pflanzen sind diese Substanzen wertvoll, sondern auch für uns! Zu den zwei wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen im Rotkohl zählen:

  • Senfölgycoside, darunter Glucobrassicin und Sinigrin
  • Anthocyane, die zu den Flavonoiden zählen.

Senfölgycoside wirken je nach Art entzündungshemmend, anti-oxidativ, krebshemmend und hormonregulierend. Als Farbstoffe sind Anthocyane für die blau-violette Färbung des Rotkohls verantwortlich. Das sieht nicht nur besonders hübsch aus, sondern wirkt ebenfalls anti-oxidativ. So besitzen Anthocyane vermutlich eine vorbeugende Wirkung gegen zahlreiche Krankheiten, darunter:

  • Herz-Kreislauf Erkrankungen
  • Krebs
  • Diabetes
  • Entzündungen

Das klingt vielversprechend. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass bislang nicht völlig geklärt ist, ob die gesunden Anthocyane auch eine gute Bioverfügbarkeit aufweisen. Das bedeutet, sie können unter Umständen vielleicht gar nicht besonders gut in unserem Körper aufgenommen und verwertet werden. Untersuchungen dazu, sind aber bislang wenig aussagekräftig. Außerdem: selbst wenn Anthocyane unserem Körper wenig bringen sollten, lohnt es sich dennoch Rotkohl auf den Speiseplan zu setzen. Immerhin gibt es noch viele weitere gute Inhaltsstoffe!

Kunterbunte Rezept-Vielfalt

Rotkohl ist also in der Tat gesund. Aber nicht nur das – er ist auch lecker und vielfältig. Und da Rotkohl im Gegensatz zu vielen anderen Kohlarten bereits recht früh geerntet werden kann, kannst du ihn viele Monate lang genießen. Ob traditionell, rohköstlich oder etwas ausgefallener – der lila Kohlkopf hat jede Menge zu bieten.

Um all die gesunden Nährstoffe restlos auszuschöpfen, solltest du das Gemüse jedoch zumindest hin und wieder roh genießen. Denn durch Hitze und Kochen, gehen bereits eine Menge an hitzeempfindlichen und wasserlöslichen Nährstoffen verloren. Das gilt übrigens für (fast) alle Gemüsesorten.

Oft wird allerdings behauptet, Rohkost – und insbesondere Kohl – führe zu Blähungen. Das stimmt unter Umständen zwar, hat aber weniger etwas mit dem Kohl oder der Rohkost an sich zu tun, als eher mit der Ernährungsumstellung im Allgemeinen. Der Grund: die Darmflora muss sich mit jedem „Nahrungswechsel“ erst wieder neu einstellen. Anfängliche Verdauungsprobleme regulieren sich in der Regel mit der Zeit von alleine.

Im Folgenden, zwei Rotkohl-Rezepte zur Inspiration:

Rohköstlicher Krautsalat

Als Salat schmeckt Rotkohl hervorragend frisch und fruchtig und ist auch für Rohkost-Neulinge gut verträglich!

Du benötigst:

  • 500 g Rotkohl
  • 2 Möhren
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 3 EL Apfelessig
  • 3 EL kaltgepresstes Rapsöl
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Senf
  • Salz, Pfeffer
  • bei Bedarf etwas Chili

So geht’s:

  1. Rotkohl und Möhren in feine Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln fein würfeln.
  2. Aus den restlichen Zutaten das Dressing anrühren und mit dem Gemüse vermischen.
  3. Mindestens eine Stunde durchziehen lassen – gerne aber auch länger.

Rotkohlgemüse: Klassik meets Orient

Dieses Rezept ist eine wunderbare orientalische Alternative zum klassischen Rotkohlgemüse. Es schmeckt toll als vegetarische Variante zu Salzkartoffeln, aber natürlich auch zu Fleisch und Geflügel.

Du benötigst:

  • Einen mittelgroßen Rotkohlkopf
  • 100 g Walnüsse
  • 1 Apfel
  • 3 EL Öl
  • 3-5 EL Rotweinessig
  • 100 ml Apfelsaft (alternativ: Wasser)
  • 1 EL Zucker oder Honig
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/2 TL Koriander
  • Salz und Pfeffer
  • Schafkäse (Feta)

So geht’s:

  • Rotkohl in feine Streifen schneiden und in Öl anbraten
  • Mit Essig und Apfelsaft oder Wasser ablöschen.
  • Mit Gewürzen, Zucker, Salz und Pfeffer würzen und ca. 40 Minuten bei mittlerer Hitze zugedeckt schmoren lassen.
  • Apfel würfeln und zusammen mit den Nüssen zugeben. Nochmals einige Minuten garen lassen.
  • Mit Schafskäse servieren und genießen!

Du liebst es ausgefallener?

Kein Problem! Rotkohl schmeckt auch sehr lecker im Kartoffelauflauf, als Lasagne oder als alternativer Belag auf Flammkuchen und Pizza. Außerdem kannst du klassische Kohlrouladen natürlich ebenso mit Rotkohl zaubern! Deiner Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt.

Lass es dir schmecken und bleib gesund und fit!

 

 

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