Kamillentee – Welche Wirkung hat er wirklich?

Kamillentee

Kleine Blüte – Große Wirkung!

Mit etwas Fantasie sehen Kamillenblüten aus wie die Sonne. Zumindest dachten das unsere Vorfahren – denn bei den Germanen wurde die Kamille als heilig angesehen und sogar dem Lichtgott Baldur gewidmet.

Darüber hinaus haben die goldgelben Blüten eine uralte Tradition als natürliches Heilmittel und Arzneipflanze. In Form von Tinkturen, Salben und heißen Aufgüssen, halfen Kamillenblüten schon damals bei Erkrankungen der Atemwege, Entzündungen und Magen-Darmproblemen. Noch heute findet Kamillentee Anwendung zur unterstützenden Behandlung diverser Beschwerden.

Ein Blick hinter die (botanischen) Kulissen

Kamillenbluete

Die echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) aus der Familie der Korbblütler kommt mittlerweile in ganz Europa vor und wächst hervorragend auf Äckern und Brachflächen auf nährstoffreichem Boden. Sie blüht etwa von Mai bis September und beim nächsten Sommerspaziergang solltest du definitiv in Erwägung ziehen, ein paar Blüten zu pflücken und als Tee aufzubrühen. Die medizinische Wirkung der Kamille ist altbekannt und noch immer hoch geschätzt und so wurde sie 2002 sogar als Heilpflanze des Jahres gekürt.

Grund für die medizinische Wirkung sind die wertvollen Inhaltsstoffe, die in der Blüte stecken. Dazu zählt das ätherische Kamillenöl mit den Substanzen a-Bisabolol und Matricin sowie jede Menge gesunde Flavonoide. Als medizinische Komponente der Pflanze werden ausschließlich die Kamillenblüten genutzt.

Kamillentee: entzündungshemmend und krampflösend

Kamillenblüten wirken entzündungshemmend, antibakteriell und entspannend auf die Magen-Darm-Muskulatur. So finden die Blüten als heißer Aufguss sowohl innerlich als auch äußerlich Anwendung.

Als Tee helfen sie bei bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Magenschleimhautentzündung sowie schmerzhaften Entzündungen im Hals und Rachenbereich. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann eine Tasse Kamillentee Linderung verschaffen. Als Inhalationstherapie bzw. Dampfbad hilft Kamille wunderbar bei Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis oder Schnupfen.

Äußerlich helfen Kamillenaufgüsse bei Hauterkrankungen und Akne, Entzündungen von Schleimhäuten und im Genitalbereich. Im letzteren Fall können Sitzbäder oder Spülungen vorhgenommmen werden. Da Kamille zudem sehr verträglich ist, eignen sich Kamillenaufgüsse auch hervorragend für die Wundpflege bei Babys.

Neben Kamillentee ist auch Kamillenöl äußerst wertvoll für Körper und Geist. Als wertvolles ätherisches Öl wird es als Bestandteil für Tinkturen, Salben und Pflegeölen verwendet. So findet die Kamille Einsatz in der Aromatherapie und der Hautpflege. Auch hier dient die Kamille im Allgemeinen der Hemmung von Entzündungen und zur Entspannungsförderung.

Die heilenden Eigenschaften der Kamillenblüte legt nahe, dass Kamillentee nicht nur bei akuten Entzündungen hilft, sondern auch chronischen Entzündungen, wie etwa dem Reizdarm-Syndrom oder chronischer Gastritis, vorbeugen kann. Es lohnt sich daher, den Tee auch dann zu genießen, wenn es dir gut geht!

Hilfe bei Stress und Schlafproblemen

Kamille findet nicht nur Anwendung bei körperlichen Erkrankungen oder Entzündungen, sondern ist auch wahrer Balsam für die Seele. Der Genuss einer heißen Tasse Kamillentee trägt zur Entspannung bei und fördert das Einschlafen. Wenn du zu Stress, innerer Unruhe oder gar Schlafstörungen neigst, kann dir Kamillentee vielleicht dabei helfen deine Nerven zu beruhigen. Bevor du also zu starken Medikamenten mit einem Haufen Nebenwirkungen greifst, gibt dem Kräutertee eine Chance!

Hilfe bei Blutzucker, erhöhtem Cholesterin und gar Krebs

Zusätzlich zu den bereits genannten Wirkungen, scheint Kamillentee auch den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern senken zu können. Eine aktuelle klinische Studie aus Amerika aus dem Jahr 2016 zeigte eine signifikante Senkung von Langzeitzucker- und Insulinwerten sowie eine Steigerung von Antioxidantien im Blut. Somit könnte Kamillentee das Risiko von Diabetes-Folgeerkrankungen reduzieren. Darüber hinaus besitzt die echte Kamille auch cholesterinsenkende und anti-oxidative Eigenschaften. Weiterhin lassen Studien vermuten, dass Kamillentee  – ähnlich wie die Ringelblume – die Entwicklung von Krebszellen hemmen könnte.

Kamillentee für ein längeres Leben?

Länger Leben durch Kamillentee? Was erstmal wie ein schönes Märchen klingt, ist laut einer wissenschaftlichen Studie aus Texas gar nicht mal so abwegig. Denn laut dieser scheint das Risiko an typischen gesellschaftlichen Erkrankungen zu sterben, durch den Genuss von Kamillentee reduziert zu werden. Zumindest bei amerikanisch-mexikanischen Frauen über 65 Jahre.

Bei der Studie wurden über mehrere Jahre 1600 lateinamerikanische Frauen und Männer ab 65 Jahre untersucht, wobei 14 % regelmäßig Kamillentee zu sich nahmen. Das Ergebnis: Die Kamillentee-Konsumentinnen wiesen ein knapp 30 % geringeres Sterberisiko auf. Dabei wurden nur jene Versuchsteilnehmer miteinander verglichen, die einen ähnlichen Gesundheitszustand und Lebensstil aufwiesen. Bei Männer konnte ein derartiger Trend allerdings nicht festgestellt werden – warum das so ist, ist unklar.

Warum Kamillentee einen solch positiven Effekt auf Frauen zu haben scheint, ist ebenfalls unklar. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass die Kamillentee-Konsumentinnen auch generell einen gesünderen Lebensstil aufwiesen. Es ist daher schwer zu sagen, ob die geringe Sterberate nun wirklich nur dem Tee zugeschrieben werden kann. Vermutlich eher nicht. Wenn man sich jedoch die Vielzahl an positiven Wirkungen von Kamillentee vor Augen ruft, dann kann man sich auf jedenfall vorstellen, dass die Blüte durchaus seinen Teil dazu beiträgt.

Egal ob nun Mann oder Frau – bei der Gesundheit spielen viele Faktoren eine Rolle. Der Genuss von Kamillentee ist letztendlich also natürlich keine Garantie für ein langes Leben. Schaden kann er aber auch nicht. Also warum nicht einfach mal ausprobieren?

Kamillentee – Zubereitung

Kamillentee ist tatsächlich seit jeher ein geschätztes und bekömmliches Heilmittel. Die entzündungshemmende und spannungslösende Wirkung lindert eine Vielzahl von Wehwehchen – und zwar so ziemlich ohne Nebenwirkungen.

Du kannst Kamillentee natürlich fertig kaufen, noch besser ist es aber, wenn du die gesunden Blüten selber pflückst. Kamillentee kannst du aus frischen oder getrockneten Blüten zubereiten. Dazu einfach 4-5 Blüten pro Tasse mit heißem Wasser aufgießen und einige Minuten ziehen lassen.

Für eine erhöhte Wirkung, kannst du den Kamillentee zusätzlich mit ein paar Tropfen Kamillenblütentinktur versetzen. So kannst du die heilende Wirkung des ätherischen Kamillenöls ausnutzen, welches im Tee nicht enthalten ist. Eine solche Tinktur kannst du ebenfalls ganz unkompliziert selbst herstellen. Dafür einfach eine handvoll getrocknete oder frische Kamillenblüten in ca. 200 ml Doppelkorn einlegen und 2-6 Wochen ziehen lassen. Das Ganze täglich einmal gut durchschütteln, zum Schluss abfiltern und in eine Flasche füllen.

Wenn du also das nächste mal Stress, Halsschmerzen oder Magenprobleme hast: Einfach abwarten und Kamillentee trinken!

 

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Kamillentee - Welche Wirkung hat er wirklich?
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Kamillentee - Du bist krank? Dann solltest du viel Kamillentee trinken. So heisst es zumindest. Ist der Kamillentee aber wirklich so gesund wie viele sagen? Wir haben den Tee und die Pflanze einmal näher unter die Lupe genommen. Mehr dazu gibt es bei uns.
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